Ludger Kenning
Die Schienenfahrzeuge der Bentheimer Eisenbahn
336 Seiten 22/29 cm gebunden, 352 Farb- und 297 SW-Fotos, 105 Tabellen und 79 Zeichnungen
ISBN 978-3-944390-39-0 – Preis: 59,95 €
In der nunmehr 130-jährigen Geschichte der Bentheimer Kreis- bzw. Eisenbahn hat der Fahrzeugpark auf der Schiene so manche Wandlung erfahren. Fabrikneue Fahrzeuge „von der Stange“ zu kaufen, war eher untypisch für die BE, häufig hoben sie sich mit allerlei technischen Besonderheiten aus den jeweiligen Serienproduktionen hervor. Äußerst bescheiden war der Bestand in der Frühzeit der Kreisbahn: Leichte B-Kuppler beförderten zwischen Bentheim, Nordhorn und Neuenhaus die Wagen mit kurzem Radstand und mit Bremsern auf ihrem Hochsitz. Mit dem expandierenden Beförderungsaufkommen und der Verlängerung der Strecke nach Norden (bis Emlichheim – Coevorden) und Süden (bis Gronau) änderte sich das rasch, immer größere und immer mehr Lokomotiven und Wagen kamen in die Grafschaft. Höhepunkte waren dabei die ELNAs mit den vierachsigen Wismarer Reisezugwagen der 20er Jahre sowie die schweren Neubaudampflokomotiven von Krupp in der Nachkriegszeit.
Der überaus lukrative Ölverkehr ermöglichte eine durchgreifende Verdieselung: Zunächst erschienen große elegante Esslinger Triebwagen, unterstützt von einem Schienenbus, dann legte sich die BE ab 1955 eine umfangreiche Flotte von Stangendieselloks zu.
Mit dem Einbruch der Öltransporte kam eine Sparwelle auf, Lokomotiven wurden verkauft oder vermietet und mit der Verlagerung des Personenverkehrs auf die Straße kam dann das Aus für die Triebwagen und die letzten Personenwagen. 1970 brach auch bei der BE das Zeitalter der Diesellokomotiven mit Gelenkwellen und Drehgestellen an, dann erforderte der rasante Verkehrsanstieg ab Ende der 70er Jahre den Kauf von noch leistungsfähigeren Lokomotiven. Mit der Renaissance des Schienenpersonenverkehrs, dem Regiopa-Projekt, gelangten auch wieder Triebwagen auf die Bentheimer Eisenbahn – elegante blaue Triebzüge pendeln heute im Takt.